Geographie

Ecuador ist ein Staat im Nordwesten Südamerikas, die Westküste stößt an den Pazifischen Ozean und verfügt über 2.358 km Küstenlinie. Im Norden grenzt das Land an Kolumbien und im Osten und Süden an Peru. Ecuador hat einschließlich der Galápagos-Inseln eine Gesamtfläche von 283.560 Quadratkilometer. Damit ist Ecuador eines der kleineren Länder in Südamerika, größer als:

  • Uruguay,
  • Suriname,
  • Guyana,
  • Französisch-Guayana
  • Das Land am Äquator ist im Vergleich 6 % kleiner als Italien.

Das Ecuador hat im Wesentlichen vier geographische Regionen:

  1. La Costa (die Küste) umfasst das Tiefland im westlichen Teil des Landes, einschließlich der Pazifik- Küste;
  2. La Sierra (das Hochland) ist die Bergregion der Anden die von Norden nach Süden etwa mittig durch das Land verläuft;
  3. La Amazonía oder El Oriente (beide Namen sind gebräuchlich) im Osten des Landes besteht aus dem Amazonas-Regenwald und umfasst knapp die Hälfte der gesamten Fläche des Landes;
  4. und natürlich die Galápagos Inseln im Pazifischen Ozean.
Alle Galapagos Inseln sind vulkanischen Ursprungs

Galápagos

Die Galápagos-Inseln (offizieller Name: Archipiélago de Colón; in der Regel Islas Galápagos genannt) sind ein Archipel vulkanischer Inseln verteilt auf beiden Seiten des Äquators, 926 Kilometer westlich des ecuadorianischen Festlands im Pazifischen Ozean.

Das Galápagos-Archipel besteht aus:

  • insgesamt 7.880 Quadratkilometer Landfläche,
  • verteilt auf rund 45.000 Quadratkilometer Meeresfläche.

Die Größte der Inseln, Isabela, umfasst 2.250 Quadratkilometer und macht damit alleine fast drei Viertel der gesamten Landfläche Galápagos aus.

Der Vulkan Wolf auf Galápagos

  • Der Vulkan Wolf auf der Insel Isabela ist, mit einer Höhe von 1.707 m, der höchste Punkt der Inseln.
  • Die Gruppe besteht aus 18 Hauptinseln, drei kleineren Inseln und 107 Felsen.
  • Das Archipel liegt auf der Nazca-Platte (einer tektonischen Platte), die sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 6,4 cm pro Jahr Richtung Osten/ Südosten bewegt und sich unter die Südamerikanische Platte schiebt.

Die Inseln sind ein Hotspot, d.h. ein Ort, wo die Erdkruste von unten durch heiße Lava geschmolzen wird, wodurch Vulkane entstehen welche die Inseln bilden. Die ersten Inseln haben sich hier vor mindestens 8 Millionen Jahren, möglicherweise aber sogar schon viel früher gebildet. Während die älteren Inseln im Laufe der Zeit erodiert und wieder im Meer verschwunden sind.

Der Vulkan La Cumbre auf Galápagos

  • Die jüngsten Inseln, Isabela und Fernandina, bilden sich noch immer durch vulkanische Aktivität aus.
  • Der letzte Vulkanausbruch war im April 2009, bei dem Lava aus dem Vulkan La Cumbre der Insel Fernandina sowohl in Richtung der Küste der Insel, als auch in die Caldera geflossen ist.

Bewohnte Inseln auf Galápagos

Nur fünf der Inseln sind bewohnt:

  1. San Cristobal mit dem Hafen Puerto Baquerizo Moreno welcher auch die Provinzhauptstadt ist mit 8.000 Einwohnern;
  2. Santa Cruz mit der größten Stadt des Archipel, Puerto Ayora und 15.000 Einwohnern;
  3. Isabela mit dem Hafen Puerto Villamil und 2.000 Einwohnern;
  4. Floreana mit dem Hafen Puerto Velasco Ibarra und 120 Einwohnern;
  5. die Insel Baltra auf welcher sich ein Flughafen und eine kleine Station der Marine befindet.
Die Küste in der Provinz Esmeraldas

La Costa/ Die Küste

Die Westküstenregion von Ecuador grenzt im Westen an den Pazifischen Ozean und bildet nach Osten eine bis zu 200 Kilometer breite Küstenebene, die dann bis zu den Ausläufern der Anden im Osten ansteigt. Fast der ganze einheimische Küstenwald von Ecuador wurde abgeholzt um Raum für Viehzucht und andere landwirtschaftliche Produktionen, einschließlich:

  • Bananen-,
  • Kakao- und
  • Kaffeeplantagen zu schaffen.

Küstenwaldgebiete auf Ecuador

Die Waldfragmente die noch existieren befinden sich vor allem entlang der Küstengebirge:

  • von Mache-Chindul,
  • Jama-Coaque und
  • Chongon-Colonche und umfassen insbesondere tropischen Trockenwald,
  • tropischen Nebelwald und
  • Mangrovenwald.

Bedrohter tropischer Regenwald

Die Wälder der Küstenregion sind als Pazifik-Äquatorialwald bekannt und gehören zu den am stärksten bedrohten tropischen Regenwäldern der Welt.

Guayaquil, die größte Stadt Ecuadors

Guayaquil, im südlichen Teil der Küste, ist mit rund 2,7 Millionen Einwohnern die größte Stadt des Landes. An der Nordküste von Ecuador wird der Großteil des Erdöls von Ecuador, im Hafen von Balao, in der Stadt Esmeraldas verschifft. Von dem Hafen Machala, ganz im Süden, werden die Früchte des Landes, vor allem Bananen und Krabben, in die USA und nach Europa exportiert.

Vulkane der Anden - vorne der Sangay

La Sierra/ Das Andine Hochland

Die Sierra besteht aus den beiden Andinen Gebirgszügen:

  • Cordillera Occidental und
  • Cordillera Real (auch Cordillera Oriental genannt), sowie dem dazwischen liegendem Hochtal,
  • dem Altiplano.

Die Kordilleren wurden im frühen Känozoikum gebildet, dem aktuellen Erdzeitalter, als sich die Nazca-Platte unter die Südamerikanische Platte schob und dabei die Andine Bergkette formte. Die Cordillera Occidental ist generell niedriger, beheimatet aber den höchsten Berg Ecuadors, den 6.310 m hohen Chimborazo.

Der höchste Berg in den Kordilleren, der Cotopaxi

Der höchste Berg der Cordillera Central ist der 5.897 m hohe Cotopaxi.

Das Hochtal befindet sich auf Höhen:

  • zwischen 1.800 m bis 3.200 m Höhe und ist
  • 500 km lang, sowie zwischen
  • 20 bis 30 km breit und
  • beheimatet eine Reihe mittelhoher, interandiner Berge.

Aufgrund der vielen Vulkane nannte Alexander von Humboldt den Talabschnitt zwischen Quito im Norden und Riobamba im Süden, im Jahre 1802, die "Straße der Vulkane".

Das Hochtal ist durch Bergriegel (nudos) in verschieden große Talkessel (cuencas oder hoyas) unterteilt. Mit Ausnahme von Guaranda liegen alle größeren Städte der Region in solchen Talkesseln.

Im Guayllabamba-Becken liegt Quito, die nach La Paz (Bolivien) zweithöchst gelegene Hauptstadt der Welt, auf 2.800 m Höhe, mit rund 2,3 Millionen Einwohnern am Fuße des Pichincha Vulkans.

Im Süden Ecuadors sind die zwei Kordilleren weniger ausgeprägt als im Zentrum und im Norden des Landes. Neben Quito liegen einige der größeren Städte in den zehn Provinzen der Anden (von Norden nach Süden):

  • Ibarra
  • Otavalo
  • Latacunga
  • Ambato
  • Guaranda
  • Riobamba
  • Cuenca
  • Loja
Der Regenwald am unteren Rio Pastaza

El Oriente/ Der Osten und das Amazonas-Becken

Im Osten des Landes, dem „Oriente“, liegen die Regenwälder des Amazonasbeckens. Die Region ist rund 120.000 Quadratkilometer groß, aber mit 740.000 Einwohnern, also nur sieben Einwohnern pro Quadratkilometer äußerst dünn besiedelt. Der Oriente lässt sich in die dicht bewaldeten Ausläufer der Anden:

  • mit den Vulkanen Sumaco und
  • Reventador,
  • den Subkordilleren Galeras-Napo und
  • Cordillera del Cóndor, beide mit tropisch feuchtem Laubwald im höheren Bereich und weiter absteigend
  • mit Hochlandregenwald und plätschernden Bächen,
  • sowie die tiefer gelegene (unter 400 m) flache Amazonasebene mit Tieflandregenwald unterteilen.

Trotz einer jährlichen Abholzungsrate von 1,5 % ist der Oriente eine der artenreichsten Orte auf dem Planeten. In den sechs Provinzen im Oriente finden sich nur kleine Städte:

  • von denen Lago Agrio (49.000 Einwohner),
  • Coca (40.000 Einwohner),
  • Puyo (33.000 Einwohner),
  • Tena (23.000 Einwohner) und
  • Macas (19.000 Einwohner) die größten sind.

Alle Flüsse des Oriente sind Zuflüsse des Rio Amazonas. Die Wichtigsten von ihnen sind:

  • der 850 km lange Rio Napo,
  • der Rio Coca,
  • der Rio Pastaza,
  • der Grenzfluss zu Kolumbien der Rio Putumayo und
  • der Rio Aguarico. 

Weitere Informationen hier: